Archiv für Oktober 2009

Nachgeholter Clubgeburtstag ging eher in die Hose

Wir zitieren einen Bericht von Antifa Neumünster:

Nun auch von uns eine kurze Zusammenfassung der Naziereignisse in Neumünster von Samstag, dem 24.10.09

Wie vorher schon durch den Holsteinischen Courier bekannt gegeben handelte es sich tatsächlich um einen nachgeholten Club 88-Geburtstag. Dieser fiel mit ca. 120 überwiegend aus Norddeutschlands kommenden Nazis eher „klein“ aus. Allerdings wurde auch dieses Jahr die Titanic als zweite Anlaufstelle der Nazis genutzt.

Beim Club:
Beim Club 88 war ein massives Polizeiaufgebot. Der Hinterhof des Clubs wurde ausgeleuchtet und spätestens ab ca. 22:00Uhr wurden neuankommende Nazis von der Polizei abgewiesen und es wurde kein reinkommen mehr erlaubt. Laut des Holsteinischen-Courier ließ die Polizei nach erreichen der, aus Brandschutzgründen auf 70 Gästen beschränkten Teilnehmerzahl, niemand mehr in den Club 88 und erteilte davor „weiterfeiernden“ Nazis Platzverweise. Über den Abend verteilt hielten sich ca. 50-70 Nazis im Club auf, bei denen aber keine wirkliche Partystimmung aufkam und die überwiegend „dumm aus der Wäsche guckten“.
Bei den Nazis handelte es sich um das übliche Säuferpublikum bis hin zum AN- Spektrum, allerdings schien ab ca. 23 Uhr die Lust am Club zu feiern endgültig vergangen zu sein. Kurz nach Mitternacht war der Club bereits geschlossen.

Titanic:
Wem am Club das „Feiern unter Nazis“ verboten wurde, fand sich in der Titanic wieder. Somit trafen gegen 20:30 Uhr fast zeitgleich 30- 40 Nazis auf dem Postparkplatz, nähe Titanic ein. Ca. 20- 30 waren schon vor Ort um ihresgleichen in Empfang zu nehmen. Macht 50- 70 Nazis die sich neben dem Club auch noch in der Titanic aufhielten. Hier war die Polizeipräsenz fast gar nicht vorhanden. Sporadisch fuhr mal ein Streifenwagen vorbei, die allerdings konnten die Nazis ganz und gar nicht davon abhalten Migranten aus dem Viertel zu bedrängen und ausländerfeindliche Parolen zu brüllen.
Ab ca. 23 Uhr war aber überraschenderweise das Feiern in der Titanic vorbei und das Publikum beschränkte sich wieder auf „normales Abendpublikum“, welches meist aus nazifreundlichen Kampftrinkern bestand. Ab 1 Uhr war dann auch die Titanic geschlossen.
Einige wenige, die sich trotz des starken Polizeiaufkommens beim Club und der schlechten Stimmung in der Titanic dennoch den Abend nicht versauen lassen wollten, suchten in Neumünster andere Lokalitäten auf. Dabei soll es später in der Nacht noch zu Drohungen und Übergriffen gegen PassantInnen gekommen sein, die aber auch für einige Nazis im Polizeigewahrsam bzw. zur Behandlung im Krankenhaus endete.

Fazit: Auch wenn von antifaschistischer Seite an diesem Wochenende aufgrund der Kürze der Zeit keine Gegenaktivitäten mehr stattfanden, gehören die Zeiten in denen hunderte Nazis ungestört bis in die Morgenstunden den Club88-Geburtstag feiern, der Vergangenheit an. Dass ein weiteres mal die Titanic als Ausweichort für die Clubfeiern genutzt wurde, wenn auch in diesem Jahr offenbar ungeplant als „Notlösung“, stellt aber ein weiteres Problem dar, und eine zunehmende Gefährdung für AnwohnerInnen in der Friedrichstraße.

Ob und was nun noch von Seiten der Nazis als Antwort auf die städtischen Auflagen, die massive Polizeipräsenz zur Umsetzung dieser Auflagen und verstärkte antifaschistische Proteste in letzter Zeit zu erwarten ist, ist unklar.
In der Vergangenheit war es jedoch bereits mehrfach so, dass die Nazis, sobald sie eine Gefährdung ihrer Lokalität – sei es durch antifaschistische Proteste und/oder staatliche Massnahmen – sahen, relativ schnell mit einer „Protestdemonstration“ reagierten.

Zeitungsbericht Holsteinischer Courier:

„Party im Neonazi-Treff war schnell vorbei

Rechte Szene feierte im so genannten Club 88 Geburtstag / Großaufgebot der Polizei vor Ort / Keine Gegendemonstration
Neumünster/mor

– Schneller als geplant war am Wochenende eine Feier im Neonazi-Treff an der Kummerfelder Straße zu Ende. Rund 100 Anhänger der rechten Szenen waren am Sonnabend gegen 19 Uhr im so genannten Club 88 zusammen gekommen, um die Gründung der winzigen Gaststätte vor 13 Jahren zu feiern. Das teilte die Polizei auf Nachfrage mit.

Die Polizei war bereits am frühen Abend mit einem Großaufgebot vor Ort, unter anderem war eine Einsatzhundertschaft aus Eutin hinzugezogen worden. Vorsorglich sperrten die Beamten kurzfristig die Segeberger Straße. Wenig später wurde die Straße jedoch wieder freigegeben, stattdessen beschränkte die Polizei die Sperrung auf die Kummerfelder Straße direkt vor dem Ort des Geschehens zwischen der Segeberger Straße und der Norderstraße. Weil sich aus Gründen des Brandschutzes nur 70 Gäste in dem laubenähnlichen Gebäude aufhalten dürfen, verschaffte sich die Polizei einen Überblick über die Größenordnung der Party.

Doch viele Gäste hielten sich vor der Kneipe auf, so dass die Veranstaltung vorerst weitergehen durfte. Allerdings bekam mancher, der im Freien weiter feierte, schnell einen Platzverweis. Gegen 20.30 Uhr reisten die ersten Neonazis, die aus dem gesamtem Norddeutschen Raum nach Neumünster gekommen waren, wieder ab.

Zu einer Gegendemonstration kam es an diesem Abend nicht.“

Quelle: Holsteinischer Courier vom 27. Oktober 2009

HaK hat Brandschau mit Bravour bestanden

Die Erwartungshaltungen einiger Segeberger Politiker wurden glücklicherweise nicht erfüllt.

Artikel zur bestandenen Brandschau

Am vergangenen Montag, den 26.10.09, wurde das autonome Jugendzentrum Hotel am Kalkberg (HaK) von drei Brandschutzbeauftragten unter die Lupe genommen. Ca. eine Stunde lang hat Mensch jede Ecke des Gebäudes inspiziert und anschließend mit großer Zufriedenheit festgestellt, dass keine Mängel, die einen Brandschutz nicht gewährleisten würden, aufzufinden waren. Die Jugendlichen aus dem Hotel am Kalkberg können stolz auf sich sein. Die harte Arbeit hat sich definitiv bewährt.

Schon im Vorfeld gab es zahlreiche Hetzartikel seitens der CDU in der örtlichen Presse. CDU Fraktionschef, Thomas Vorbeck prophezeite gegenüber einer Segeberger Zeitung, dass ein Feuerwehrmann schon einen Herzkasper bekäme, sobald er das HaK nur von außen sehe. Zusätzlich hatte die besagte Fraktion noch die Idee, das HaK abzureißen und stattdessen lieber einen Parkplatz für das Fledermauszentrum „Noctalis“ zu errichten. Frei nach dem Motto: Lieber Förderung des Tourismus als Erhaltung der Jugendkultur.

Das HaK bietet zahlreichen Jugendlichen einen Platz zur Entfaltung und zur Selbstfindung.
KULTUR, POLITIK , SOZIALES lautet die Devise. Mit einem Raum zur Begegnung, linker Politik und Veranstaltungen können die Jugendlichen ihre Freizeit mit Kreativität, Engagement und dem Gefühl der Zusammengehörigkeit füllen.

Ein solches Projekt zu beenden, bedeutet eine Zerstörung der Jugendkultur in Bad Segeberg. Außer dem Hotel am Kalkberg gibt es in Bad Segeberg keinen Ort an dem Jugendliche feiern und sich frei entfalten können.

Aus diesem Sinne solidarisieren wir uns mit dem HaK, allen anderen autonomen Zentren und fordern die sofortige Einstellung der Hetzkampagnen seitens der Politik und der Stadtverwaltung.

Hier einige Artikel zum Thema:

DIE LINKE

DIE LINKE(2)

LÜBECKER NACHRICHTEN

INDYMEDIA

2. UPDATE : Situation weiterhin unklar

Antifa Neumünster :

Noch ist nicht klar, was heute abend los sein wird. Eins steht fest: Es besteht Auskunftspflicht über angemeldete (politische) Veranstaltungen, weshalb das Ordnungsamt auch über von der NPD oder anderen Nazis angemeldete Konzerte etc. auf Nachfrage informieren muss. Die Information, dass eine Anmeldung für eine Musikveranstaltung mit KategorieC in Wasbek-Bullenbek vorgelegen hat, bevor sie zurückgezogen wurde, ist noch einmal bestätigt worden. Die Band schreibt nun jedoch auf ihrer Homepage, dass ein solches Konzert nie geplant war und schließt mit der Feststellung „Antifa Halts Maul [sic!]“, was noch einmal ihre politische Ausrichtung unterstreichen dürfte. Diese Sachlage lässt viel Raum für Spekulationen, wir wollen uns an dieser Stelle aber darauf beschränken, noch einmal darauf hinzuweisen, dass weiterhin Vorsicht geboten ist.

UPDATE 1 : Konzertanmeldung wegen der Auflagen zurückgezogen !

ANTIFA NEUMÜNSTER :

Die VeranstalterInnen haben nun die Anmeldung für das Kategorie C/Hungrige Wölfe-Konzert an diesem Samstag in Wasbek-Bullenbek zurückgezogen. Zuvor hatte die Stadt Neumünster, die offensichtlich über den politischen Hintergrund der Band informiert worden waren, die Veranstaltung mit sehr strengen Auflagen belegt, auf die sich die Neonazis nicht einlassen wollten.
Dass das Konzert restlos ausfällt, ist eher unwahrscheinlich, da schon ein Kartenvorverkauf stattgefunden hat und die Neonazis nach dem ausgefallenen Club-Geburtstag schon wieder ein Großevent absagen müssten. Haltet daher Augen und Ohren offen, in Neumünster und Umgebung, aber auch in anderen Städten Schleswig-Holsteins.

Kein Fussbreit den Faschisten!

Kategorie C-Konzert in Neumünster angemeldet

Antifainfo Neumünster :

„wir leugnen nichts, stehen zu allem was war.“ (Rainer Friedrichs, Gitarrist von KategorieC/Hungrige Wölfe)

Für Samstag, den 17.10.09 haben Neonazis aus dem Umfeld der Nazitreffpunkte Club 88 und Titanic ein Konzert mit der Nazi-Hooliganband Kategorie C/Hungrige Wölfe angemeldet. Nach bisherigem Wissensstand soll das Konzert am Stadtrand von Neumünster, in Wasbek-Bullenbek stattfinden, also dort, wo in den Jahren 2008 und 2009 bereits von der Titanic organisierte Fußballturniere ausgetragen wurden.
Lets fight withe pride
Die Band KategorieC/Hungrige Wölfe versucht sich offiziell zwar als „unpolitische“ Hooliganband darzustellen, ihre CDs veröffentlichten sie aber etwa beim Chemnitzer Szene-Label PC-Records, das zu dem neonazistischen Ladengeschäft und Versand Backstreet Noise gehört. Daneben gab es diverse Auftritte mit einschlägig bekannten Nazibands, und auch Sänger Hannes Ostendorf trat im Jahre 2006 auf einem von der NPD vor dem Gefängnis Berlin-Tegel organisierten Soli-Open-Air für den inhaftierten Landser-Sänger Michael Regener, genannt Lunikoff, auf.
Obwohl es in einem Lied heißt „Deutschland dein Trikot, das ist schwarz und weiß, doch leider auch die Farbe deiner Spieler“, achtet die Band sonst nichtsdestotrotz darauf, keine eindeutig rechtsextremen Liedzeilen zu schreiben, sondern besingt überwiegend Alkoholexzesse, Frauenverachtung oder Gewalt. Nicht nur eine marktstrategische Entscheidung, um ein größeres Publikum zu erreichen, sondern auch Mobilisierung für die Neonazi-Szene: als „unpolitische Kapelle“ soll die Band Jugendliche mit der organisierten rechtsextremistischen Szene zusammenbringen, wie die Antifa Bremen schreibt.

Frontmann Hannes Ostendorf sang zeitweise gleichzeitig auch für die Rechtsrock-Band Nahkampf und bei den neonazistischen Boots Brothers. Anders als bei KategorieC/Hungrige Wölfe darf er bei Nahkampf aussprechen, was er denkt. So betonte er in einem Interview, dass er die Hooligans als neue SA, also als schlagenden Arm einer rechtsextremen Bewegung ansehe. Ein Gedanke, den er nicht nur zu besingen, sondern auch in die Tat umsetzen zu wollen scheint: schon 1991 wurde er wegen eines Brandanschlags auf eine Bremer Flüchtlingsunterkunft zu fast 2 Jahren verurteilt, im Dezember 2002 griff er mit seinem Bruder Hendrik (auch er NPD- und sogar Blood&Honour-Aktivist) und weiteren Kameraden am Rande der Antifa-Demo in Bremen mehrmals Linke an und verletzte diese.

Ein geplantes KategorieC/Hungrige Wölfe-Konzert im Landkreis Bad Doberan im Mai diesen Jahres wurde von der Polizei unterbunden. In der Begründung hieß es unter anderem, das eine „negative Beeinflussung von Jugendlichen durch gewaltverherrlichende Texte“ zu erwarten sei. Von dem Konzert gehe eine „erhebliche Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit“, so das Verwaltungsgericht Schwerin damals.

Hinweisen möchten wir an dieser Stelle darauf, dass es in Neumünster an dem Wochenende allerdings auch einen thematischen Kontrapunkt gibt: in der Aktion Jugendzentrum (AJZ) in der Friedrichstraße 24 findet ein Konzert unter dem Motto „Metal & Hardcore against Fascism!“ statt, spielen werden u.a. Vladimir Harkonnen.

Weitere Infos unter :
Antifa NMS
Infos zu KC bei NETZ GEGEN NAZIS

NO NATION-MIXTAPE ist draussen!

Reinhören, weiterleiten.

NO NATION-MIXTAPE – DER KLASSIKER IST FERTIG!

Anlässlich des „No Nation-Jam“ am 2.Oktober in Berlin, gibt es, wie auch
in den letzten zwei Jahren ein Mixtape zum Konzert, mit HipHop abseits des
schwarz-rot-goldenen Mainstreams.

Mixtape-Download:
http://nea.antifa.de/audio/nonation09_mixtape.rar

# Was für die Ohren und für die Beine #
Auf dem Mixtape sind alle Acts vertreten, die, auch auf dem Konzert am
2.Oktober spielen: Damion Davis, Conexion Musical, Mary Read, Danger Dan.
Zusätzlich gibt es zwei thematisch passende Gastbeiträge der Band
Schlagzeiln. **** Auf der Bühne bekommen die Bands Unterstützung von
einer Rap-Hassprediger-Größe aus Hamburg und Spiritchild aus New York.
Zweite internationale Band an diesem Abend ist Mary Read aus Saint Etienne
(Frankreich) die in Frankreich für kompromisslosen linksradikalen Rap
bekannt sind.

# Was für’s Gehirn #
Wir hoffen euch am 2.Oktober zu sehen, nicht nur beim Konzert, sondern vor
allem auch bei unserer Nationalismus-Veranstaltung mit der Gruppe Junge
Linke Jimmy Boyle. Wer auf Nationalismus-Bashing steht, das sich nicht nur
an Symptomen abarbeitet, der_die ist bei unserer Veranstaltung richtig
aufgehoben.

Das Mixtape, hat mit zwei Ankündigungen auf dem Cover, auch eine
Mobilisierende Funktion zur antinationalen Demo am 7. November in Berlin
und zu den Siempre Antifascista-Aktionswochen vom 11.-21. November. Wir
würden uns also freuen, wenn ihr das Mixtape auf eure Seiten stellt und an
Freunde weitersendet.
Banner gibt es hier:
http://nea.antifa.de/bilder/lokales/nonation09_cover.jpg

Mehr Infos:
http://www.no-nation.de.vu/




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