Archiv für Mai 2009

„Strike Bike“ – Filmveranstaltung

Die FAU/IAA Segeberg (freie Arbeiterunion/Internationale Arbeiterassoziation) und Plan-B Antifa Segeberg veranstalten am 29.05.09 um 19°° Uhr im Hotel am Kalkberg (HaK) eine Filmveranstaltung. Es wird die Dokumentation „Strike Bike – Eine Belegschaft wird rebellisch“ gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Am 10.juli.07 besetzten die KollegInnen der Fahrradfabrik Bike Systems in Nordhausen (Thüringen) ihren Betrieb. Als die bereits gekündigte Belegschaft, an ihrem letzten Arbeitstag, von der Geschäftführung hörte, dass der neue Eigentümer Lone Star nicht einmal bereit ist die noch offenen Löhne zu bezhalen, hatten die KollegInnen die Schnauze voll. Es folgte eine 115 Tage lange Betriebsbesetzung. Als Höhepunkt produzierten sie in Eigenregie nochmal Fahrräder. Die 1800 „Strike Bikes“ wurden in der ganzen Welt, als Beweis für die Möglichkeit ein Leben ohne Herrschaft und Kapitalismus zu führen, verkauft. Die KollegInnen von Bike System berichten über die notwendige Organisation einer Betriebsbesetzung, die Strapazen, die sie durchgemacht haben und erzählen von der Idee noch einmal eine Fahrradproduktion in die Wege zu leiten. Was am Ende bleibt, ist die außergewöhnliche Erfahrung, die die KollegInnen gesammelt haben und ein rotes Fahrrad, das Beweist, dass Selbstverwaltung funktionieren kann.

DVD-Cover

Naziattacke nach Demo in Neumünster

Am vergangenen Samstag, den 16.05.09, fand in Neumünster eine Demonstration unter dem Motto „Nazis aus der Deckung holen“ statt.
Rund 300 AntifaschistInnen versammelten sich am Bahnhof. Nach zwei Redebeiträgen setzte sich die Demo dann in Bewegung und zog durch die Innenstadt, in die Nähe von Titanic-Pächter Wolfgang Tiemann und Wirt Horst Micheel. Mit Redebeiträgen wurden die AnwohnerInnen über die Nazis in ihrem Umfeld informiert. Einige Nazis wollten wohl die Demoroute mitlaufen, wurden dann aber durch antifaschistischen Selbstschutz entfernt. Schon während der Demo war es bekannt, dass sich ca. 25 Nazis morgens um 10 Uhr am Club 88 trafen und in einzelnen Gruppen die Innenstadt aufsuchten. Am Abschluss wurde dann noch darauf hingewiesen, dass sich nun ca. 30 Nazis an der Titanic versammelten. Die teilweise vermummten Faschos versuchten schon im Vorfeld zwei Jounarlisten anzugreifen.

Am frühen Abend zerstreuten sich die AntifaschistInnen größtenteils und auch die Pozilei rückte ihre Einheiten von der Titanic ab.
Gegen 18:30 kam es dann vor den Holstenhallen zu einer Naziattacke. Ca. 12 vermummte Faschisten haben eine kleine Gruppe von TierrechtlerInnen angegriffen, die dort vor einem Zirkus Flugblätter verteilten. Zwei von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden.

In Neumünster kommt es zunehmend zu Naziüberfällen. So sind beispielsweise mehrere Nazis vor knapp zwei Wochen, mit Gehwegplatten bewaffnet, vor der AJZ aufgezogen und haben dort die Scheiben eingeschmissen.

Unterstütz unsere GenossInnen und organisiert den antifaschistischen Selbstschutz!

NPD-STAND IN SCHLESWIG

Für morgen, Samstag den 16. Mai wurde von 09.00 Uhr bis 11.00 Uhr, am Capitolplatz, gegenueber der Buchhhandlung Liesegang, ein Infostand der NPD angemeldet. Örtliche Antifagruppen und bürgerliche Initiativen rufen zu Gegenaktionen im Schleswiger Zentrum auf.

Naziaufmarsch in Pinneberg verhindern!

Am 06.06.09 wollen Neonazis unter dem absurden Motto „Unser Signal gegen Überfremdung“ in Pinneberg auf die Straße gehen. Das NPD-Mitglied und Grüner des neonazistischen Aktionsbüro-Norddeutschland, Thomas Wulff ist der Anmelder dieser Krötenwanderung. Dieser Aufmarsch gilt als Auftaktveranstaltung zu einer jährlichen Aktionsreihe in Norddeutschland unter dem Motto „Tag der deutschen Zukunft“.

Am 06.06.09 heißt es in Pinneberg:

AntifaschistInnen unterstützen!
Den Naziaufmarsch verhindern!

Aufruf

No future for the Krauts
Keine Zukunft für Nationalismus

Am 06. Juni 2009 wollen Nazis in Pinneberg einen Aufmarsch unter dem rassistischen Motto „Unser Signal gegen Überfremdung“ durchführen. Der Anmelder Thomas Wulff, bekannt als NPD-Mitglied und Gründer des Neonazi-Aktionsbüros-Norddeutschland. Dies soll die Auftaktveranstaltung zu einer jährlichen Auftmarschserie in Norddeutschland unter der Parole „Tag der deutschen Zukunft“ sein.

„Tag der deutschen Zukunft“

Hinter dieser harmlosen Parole steckt jedoch eine völkisch-rassisistische Ideologie. Dieses Gedankengut, welches die Nazis an den Tag legen, wird nicht etwa nur von ihresgleichen vertreten, sondern reicht auch bis zur Mitte der Gesellschaft. Es werden Menschen zu einer Kultur zugehörig gezählt und zu einem „Volk“ erklärt. Dieses „Volk“ definiert sich durch eine Abstammungsgemeinschaft, auf welcher die „Blut-und-Boden-Theorie“ der Nazis aufbaut. Den Zugehörigen dieses „Volkes“ werden gemeinsame Interessen unterstellt, die sie gegenüber anderen Menschen verteidigen müssten. Dazu zählt, dass das „Volk“ ein bestimmtes Gebiet als ihre Heimat definiert und das Recht beansprucht anderen Menschen das Leben in diesem Gebiet zu verwehren.
Auf dieser, auf Hirngespinsten basierenden Theorie, baut das heutzutage vorherrschende Nationalstaatensystem und somit auch die Abschiebepolitik Deutschlands und ganz Europas auf. In der Gesellschaft wird diese Ideologie immer wieder reproduziert, wie in der „Du bist Deutschland“ Kampagne oder bei den Feierlichkeiten zum „Tag der deutschen Einheit“.
Die Konstrukte von „Volk und Nation“ erscheinen im Alltag als etwas natürliches. Dies ist allerdings ein Irrtum, denn es handelt hier um von der Gesellschaft geschaffene Kategorien, die ihren Einfluss auf die Realität dadurch gewinnen, dass sie täglich von ihr reproduziert werden. Es wird ein „wir“ herbeigeredet, wo kein „wir“ ist, um damit andere Hierarchien durchzusetzen, wie zum Beispiel das kapitalistische Lohnsystem, sowie patriarchale und rassistische Machtstrukturen. Diese Konstrukte, gilt es zu kritisieren und zu dekonstruieren, anstatt ihnen noch mehr Bedeutung zuzusprechen, wie die Nazis es mit ihrer Ideologie tun.

Warum in Pinneberg?

In der Vergangenheit gab es immer wieder aktive Nazigruppierungen im Kreis Pinneberg. Wie zum Beispiel die FAP Bundesgeschäftsstelle in Halstenbek, diese bestand bis zu ihrem Verbot 1995. Darauf folgte die Kameradschaft Pinneberg, von der ein kleiner Teil später als „Combat 18 Pinneberg“ agierte. Dieser wurde 2005 verboten, da „C18“ Strukturen des verbotenen Neonazi-Netzwerks „Blood&Honour“ weitergeführt hat. Parallel entstand eine Gruppierung, welche sich „Kameradschaft Elbmarsch“ nannte und bei vielen Nazigroßevents beteiligt war, wie z.B. dem Rudolf-Heß-Marsch in Wunsiedel 2002, inzwischen sind die Aktivitäten der Gruppe jedoch nahezu eingeschlafen. Seit diese Gruppen nicht mehr aktiv sind, gab es immer wieder Versuche neue Strukturen in Pinneberg zu etablieren. So wurde im Sommer 2007 zur Gründung einer neuen Kameradschaft aufgerufen, woran auch Personen der ehemaligen „Kameradschaft Elbmarsch“ beteiligt waren. Dieser Versuch hatte keinen Erfolg, da mit vielen antifaschistischen Aktionen geantwortet wurde, wie zum Beispiel einer antifaschistischen Demonstration am 1.3.2008 durch die Pinneberger Innenstadt. Die Nazidemo am 6.6.2009 sehen wir als einen erneuten Versuch Nazistrukturen im Kreis Pinneberg zu etablieren.

The show must go on…

Am 6.6.2009 wollen wir den Nazis zeigen, dass wir als Antifaschist_innen und Antirassist_innen für eine Welt eintreten,in der die Menschen ohne Nationen und Hierarchien zusammenleben. Wir sprechen uns für ein uneingeschränktes Bleiberecht für Flüchtlinge aus, dem vollen Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Arbeitsmarkt. Es ist notwendig Rassismus am Arbeitsplatz, in der Schule und in der Freizeit entgegenzutreten.

Wir wollen an diesem Tag keine „National befreite Zone“ in Pinneberg, die von der Polizei durchgesetzt wird, sondern rufen zu vielfältigen, direkten Aktionen gegen den Naziaufmarsch auf.
Wenn sich Faschist_innen zusammenrotten, um ihre Hetze in die Öffentlichkeit zu tragen, hat dies nichts mit freier Meinungsäußerung zu tun, wie so oft von bürgerlicher Seite behauptet wird. Stattdessen stellt dies eine Bedrohung für jede Form von emanzipatorischer Politik und für alle Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen können, oder wollen, dar.
Zeigen wir den Nazis ein für allemal, dass sie weder hier, noch anderswo ihr menschenverachtendes Weltbild zur Schau tragen dürfen!
Wir lassen uns auch nicht von der Polizei vorschreiben, wann und wo wir unseren Protest auf die Straße bringen!

Beteiligt euch an den Gegenaktionen zum Naziaufmarsch und informiert euch über den aktuellen Stand der Gegenmobilisierung!

Unterstützer_innen:

Antifa Pinneberg | Antifa Elmshorn | Antifaschistische Gruppen Hamburg | Autonome Antifa-Koordination Kiel |
Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen | [ahoj] offenes antifaschistisches Jugendplenum Hamburg | Avanti – Projekt undogmatische Linke, Hamburg
| [aujah] autonome-jugendantifa-hamburg | Antifa Rendsburg | bremen.antifa.net

weitere Infos unter: http://keinnaziaufmarschinpinneberg.blogsport.de/

BAD ASS EVENING 2

Punkrockabend in Bad Segeberg!

Da dem Jugendkulturzentrum Hotel am Kalkberg die Großveranstaltungen verboten wurden, findet am kommenden Samstag eine ausgelagerte HaK-Veranstaltung statt.

Wann?: 16.05.09 18Uhr

Wo?: Tribühne, Landestunierplatz Bad Segeberg

Wie viel?: 4€ + Soli
flyer

08. Mai: Nazis mit ihrer Propagandaaktion schwer behindert

Am vergangenen Freitag, den 08. Mai hat ein mitleidenserregender Haufen von 9 Neonazis versucht einen Infostand in der Kieler Innenstadt zu organisieren. Dadurch, dass der Infotisch von AntifaschistInnen umzingelt und von der Polizei abgeschirmt wurde, konnten die Nazis keinerlei Öffentlichkeitsarbeit machen. Komischer Weise haben sich die Naziflyer in kleine Papierschnitzel verwandelt und der Infotisch war wohl so schlecht aufgebaut, dass er kurzer Hand einfach umgefallen ist.

dokumentierter Bericht von indymedia

150 Antifas isolieren faschistische Provokation zum Tag der Befreiung

Heute gegen 14:00 Uhr sammelten sich ca. 10 Nazis der „AG Kiel“ am Kieler Hbf, um dann in die Innenstadt zu ziehen. Unter ihnen waren (natürlich) Peter v.d.B. und Daniel Z.
Nachdem die Anmeldung einer Nazi-Kundgebung auf dem Asmus-Bremer-Platz schon gestern bekannt geworden war, hatten sich ab 13:30 Uhr bis zu 200 Antifaschist_innen in der Kieler Innenstadt verasammelt. Als die Nazis mal wieder ohne Polizeibegleitung zu ihrem Kundgebungsplatz liefen, kamen sie aufgrund auf sie zu laufender Antifas kurz ins rennen, wurden dann von der Polizei zum Asmus geleitet.

Aufgrund zu großen antifaschistischen Drucks verlegte die Polizei die Nazikundgebung an den Rand des Platzes und schirmte sie hermetisch ab. Trotzdem wurde ein Stapel geschichtsverdrehender Flugblätter und eine Infotafel der Nazis entwendet und öffentlichkeitswirksam zerstört. Leider konnte die Polizei die Personalien einer Person aufnehmen, die angeblich eine Tomate auf die Nazis geworfen haben soll, die Bullen sprachen einen Platzverweis aus.
Antifas hielten vor den Absperrungen der Polizei kurzerhand eine Kundgebung zum Tag der Befreiung ab, klärten Passant_innen über die Machenschaften der extrem gewalttätigen „AG Kiel“ auf und verteilten hunderte aktuelle Flugblätter über die Situation in Kiel. Über Megaphon wurden inhaltliche Beiträge zur Kieler Naziszene und dem 08.Mai als Tag der Befreiung gehalten.
Spontan schlossen sie viele Passant_innen den Protesten an, erfreulich war hierbei vor allem auch die Teilnahme vieler Menschen mit Migrationshintergrund.
Nach nur einer Stunde wurde die Naziveranstaltung von der Polizei beendet und die Nazis aus der Stadt gebracht. Viel Motivation die Veranstaltung weiter zu führen dürften die selbsternannten „tapferen Soldaten“ (O-Ton der „AG Kiel“) sowieso nicht mehr gehabt haben: Sie hatten kein einziges ihrer (natürlich nicht einmal selbst geschriebenen) Flugblätter verteilt.

Parallel zu der Aktion in der Innenstadt waren offensichtlich weitere Kleingruppen von Nazis in der Stadt unterwegs, die aber aufgrund polizeilicher Maßnahmen keine Aktionen durchführen konnten. Es bleibt abzuwarten, ob die Polizei nachhaltig aus den Geschehnissen der letzten Wochen gelernt hat, jedenfalls hätte sie heute nicht behaupten können sie hätte von nichts gewusst, wäre wieder ein Unbeteiligter in der Kieler Innenstadt von den Nazis ins Krankenhaus geprügelt worden.

In jedem Fall gilt es, den Druck auf die Nazis von antifaschistischer Seite weiter aufrecht zu erhalten und zu verstärken. Aktionen wie die heutige dürften kaum dazu beitragen, ihr Selbstbewusstsein oder ihre Attraktivität bei Nachwuchsnazis zu stärken. Mit Spannung erwarten wir einen weiteren dummen Text voller Pathos und Satzbaufehlern von den „Kameraden“. Wie auf der antifaschistischen Kundgebung betont, können v.d.B. und Z. froh sein, dass heutzutage wenigstens die Rechtschreibfehler ihrer „Frontberichte“ von Computerprogrammen korrigiert werden können, bei ihren Transparenten gelingt ihnen das nicht immer…

Nazis aus der Deckung holen!

UPDATE: Gemeinsame Abfahrt ist um 12 Uhr aus Bad Segeberg

Nazis aus der Deckung holen! – Titanic schließen! heißt es am 16.05.09 bei der Antifaschistischen Demo in Neumünster. Um 13 Uhr startet die Demo am Bahnhof.

Die Titanic ist mittlerweile ein etablierter Treffpunkt der rechtsextremen in Neumünster geworden. Der Wirt, Horst Micheel wird in der Presse völlig unkommentiert mit den Worten „Ich habe weder etwas mit rechts noch links zu schaffen“ zitiert. Jedoch ist er schon seit 2007 als Neonazi bekannt. Fotos belegen, sein Engagement in der rechtsradikalen Szene. Neben ihm sind auch Wolfgang Tiemann (Pächter der Titanic) und Nico Seifert (aktiver Neonazi in der Aktionsgruppe Neumünster/Kiel) für Verbreitung neonazistischer Propaganda und gewaltätiger Übergriffe, schon lange bekannt. Am 16.05.09 sollen die Neonazis mit einer Demo öffentlich gemacht werden.

Hier der Aufruf:

„Ich habe weder etwas mit rechts noch links zu schaffen.“

Mit diesen Worten wird Horst Micheel, seines Zeichens Wirt der Titanic, von der bürgerlichen Presse Neumünsters zitiert. Dass die Presse diese Aussage von Micheel völlig unkommentiert wiedergibt, sollte Mensch allerdings zu denken geben.
Bereits seit 2007 steht seine neonazistische Gesinnung nicht mehr in Frage, da Fotos belegen, dass er sich z.B. am NPD-Aufmarsch gegen die Befreiung Lübecks durch die Alliierten beteiligte. Kein Einzelfall, denn Micheel zeigte sich später auch bei diversen anderen Veranstaltungen der Nazis, so bei der Demo für den Club 88 in Neumünster oder dem Aufmarsch der Freien Kameradschaften am 01. Mai in Hamburg, bei dem es zu brutalen Jagdszenen auf JournalistInnen und GegendemonstrantInnen kam. Auch innerhalb Neumünsters suchte Micheel den Schulterschluss mit der militanten Naziszene, z.B. mit dem Club 88, dessen 12. Geburtstag sogar in die Titanic verlegt wurde, um die städtischen Auflagen, die den Nazis das Feiern erschweren sollten, zu umgehen. Kontakte zum Club 88 unterhält auch der Titanic-Pächter Wolfgang Tiemann, der ebenfalls auf der Demonstration des Club 88 gesehen wurde. Darüber hinaus gibt es mittlerweile auch personelle Überschneidungen, so wurde schon Clubbetreiberin Christiane Dolscheid hinter dem Tresen der Titanic gesichtet.
Es ist mehr als offensichtlich, dass der Hauptteil der Gäste der Titanic nicht nur Micheels´ menschenverachtende Ideologie teilt, sondern diese bereits verinnerlicht hat und sie dann auch umzusetzen versucht. Angriffe mit Barhockern auf MigrantInnen, Übergriffe auf linksalternative Jugendliche, eingeschlagene Scheiben bei der AJZ und der Moschee… Und wenn der antifaschistische Selbstschutz nicht verstärkt worden wäre, hätte es sicherlich noch deutlich schwerwiegendere Konsequenzen der Nazi-Attacken gegeben.
Die ständige Gefahr, der die BesucherInnen der AJZ bei Konzerten ausgesetzt sind, konnte dadurch aber nicht beseitigt werden, denn solange dieser Treffpunkt für gewaltbereite Neonazis in der Neumünsteraner Innenstadt existiert, stellt sie auch eine große Gefahr für alle dar, die nicht in das faschistische Weltbild eben jener passen.
Neben den Übergriffen, die direkt von der Titanic ausgehen, spielt diese Nazikneipe eine weitere zentrale Rolle in Neumünster: Da auch unpolitische Gäste aus Unwissenheit oder schlimmer noch aus Ignoranz die Kneipe besuchen, bietet sich den Nazis so die Gelegenheit, diese mit ihrer rechten Propaganda zu konfrontieren, sie zu politisieren und letztendlich in ihre Strukturen einzubinden. Die strukturierte Naziszene hat leider den Nachteil, dass nicht nur spontane Übergriffe in angetrunkener Überheblichkeit erfolgen, sondern geplante Angriffe, die eine andere Dimension der Gewalt erreichen, wie zum Beispiel der Brandanschlag auf ein linkes Wohnprojekt, vor dem ein Auto angesteckt wurde und komplett ausbrannte.

Doch die Neumünsteraner Neonaziszene vernetzt sich nicht nur untereinander, sondern knüpft auch zusehends überregionale Kontakte. So gibt es weitreichende Kontakte zu den Neonazis der „Aktionsgruppe Kiel“, die sich unter dem früher in Neumünster ansässigen Peter Borchert gegründet hat. Auch Nico Seifert aus Neumünster-Einfeld gehört dieser Gruppe an, von der bereits diverse Anschläge auf linkskulturelle Zentren und Einzelpersonen ausgingen.

Wir wollen nicht weiter nur zusehen, wie sich die militante Neonaziszene in Neumünster breit macht und sich zusehends mehr Räume für ihre menschenverachtende Propaganda schafft. Dass sich mit der Titanic ein zweites einschlägiges Forum der Nazis etabliert hat, ist in der Stadt hinlänglich bekannt. Diese Erkenntnis allein genügt aber nicht, es muss nun alles getan werden, um die Titanic endlich zu schließen. Wir können uns hierbei auf nix und niemanden verlassen, weder auf die Stadt, die den Neofaschismus am liebsten totschweigen würde, noch auf die Polizei, die konsequent antifaschistischen Widerstand kriminalisiert, noch auf die Presse, die auch weiterhin eher Hetzkampagnen gegen die AJZ initiiert und die Gefahr der Titanic relativiert. Nazis werden, sofern über dieses Thema in der Presse überhaupt berichtet wird, als Opfer dargestellt. Mit der Demo als einen Schritt zur antifaschistischen Selbsthilfe wollen wir den Betreibern der Titanic lautstark zu verstehen geben, dass sie auch in Neumünster nicht in Ruhe ihre braune Ideologie verbreiten können, weder am Arbeitsplatz noch zu Hause. In dem Sinne: „Nazis aus der Deckung holen, Titanic schliessen!“

Antifaschistische Demonstration am 16. Mai, Treffen 13Uhr Neumünster Hauptbahnhof

* Autonome Antifa Koordination Kiel * Antifaschistische Aktion Neumünster *
* AuLAr (außerparlamentarische linke Arbeitsgruppe) * FAU Segeberg *
* Antifaschistische Initiative Elmshorn * Plan B/Antifa Segeberg *
* VVN/BdA Neumünster * Bündnis gegen Rechts Neumünster *

www.antifanms.blogsport.de

Aufruf als pdf

Wir weisen darauf hin, dass Plan-B Antifa Segeberg keinerlei Einfluss auf die hier geposteten Links oder Dateien hat und sich gegebenen Falls von diesen distanziert.




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